Gerhard Oppitz ist Pianist in der Tradition der „deutschen“ Klavier-Titanen des 20. Jahrhunderts — eines Wilhelm Kempff, Claudio Arrau oder Wilhelm Backhaus. Seine weltweite Karriere nahm 1977 ihren Anfang, als er in Tel Aviv den Arthur-Rubinstein-Wettbewerb gewann, wo der neunzigjährige Rubinstein selbst in der Jury sass. 1978 nahm er die erste Schallplatte auf; unterdessen umfasst seine Diskographie 89 CDs. Zudem dokumentieren CD- und Videoaufnahmen die glückliche Zusammenarbeit mit legendären Dirigenten wie Giulini, Jochum, Sawallisch, Wand, Kondraschin, von Dohnányi, Maazel, Prêtre, Dutoit, Kitajenko, Blomstedt, Janowski, Mehta, I. Fischer und Muti. Von 1981 bis 2012 hielt er eine Professur an der Musikhochschule München. Mit besonderer Vorliebe spielt Gerhard Oppitz im Konzert vollständige Werkzyklen – Bachs „Wohltemperiertes Klavier“, die Sonaten von Beethoven, Schubert und Mozart, und vor allem das komplette Klavierwerk von Johannes Brahms, welches er in Europa, Nordamerika und Japan mehr als dreissigmal aufgeführt hat. 2009 erhielt er den Brahms-Preis der Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein, mit dem zuvor Leonard Bernstein und Yehudi Menuhin ausgezeichnet worden waren. Seit 2014 ist er Träger des Bayerischen Maximiliansordens für Wissenschaft und Kunst, der höchsten Auszeichnung des Freistaats Bayern, mit dem im Jahr 1873 Johannes Brahms geehrt worden war. 2021 übernahm Gerhard Oppitz anstelle von Nelson Freire kurzfristig den Juryvorsitz des 15. Concours Géza Anda.
