MUSIKDORF ERNEN FESTIVAL 2017

MUSIKDORF ERNEN FESTIVAL 2017

GÉZA ANDA FESTIVAL 2016

HORTENSE ANDA

HORTENSE ANDA-BÜRLE

Pianist

Géza Anda (†)#

Géza Anda (†)

  • Géza Anda
  • Schweiz
  • männlich
  • Profilaufrufe: 13344
  • Pianist
Über mich:

Der Sohn eines Schuldirektors wurde mit 13 Jahren in die Franz-Liszt-Musikakademie seiner Heimatstadt aufgenommen und zunächst von Imre Stefaniai und Imre Keeri-Szanto unterrichtet, bevor er der Klavierklasse von Ernst von Dohnányi zugeteilt wurde; große Bedeutung besaßen für Anda die Theoriekurse von Leo Weiner. Als 18-jähriger gewann Anda den Franz-Liszt-Preis der Stadt Budapest, in den beiden darauffolgenden Jahren den Preis der Franz-Liszt-Gesellschaft; 1941 erhielt er sein Konzertdiplom.

 

Der drohenden Einziehung als Soldat nach der Mobilmachung Ungarns im Zweiten Weltkrieg konnte sich Anda durch ein Stipendium entziehen, das ihn an das Collegium Hungaricum in Berlin führte.

 

1942 spielte er erstmals öffentlich das 2. Klavierkonzert von Brahms, begleitet von Willem Mengelberg, in Budapest. Im selben Jahr folgten erste Aufnahmen in Berlin bei der Polydor.

1943 gelang Anda von Berlin aus die Ausreise in die Schweiz, wo er zunächst in Genf lebte, um sich nach dem Krieg dauerhaft in Zürich niederzulassen.

 

Wichtige Prägungen empfing er 1947/48 in Paris: hier lernte er den Musikphilosophen und Berater Igor Strawinskys, Pierre Souvtchinsky, kennen und schloss mit Pierre Boulez Freundschaft.

 

Nach seiner Heirat mit Helene Winterstein-Bosshard (1953) erwarb Anda zwei Jahre später das Schweizer Bürgerrecht.

1960 übernahm er die Meisterkurse seines Mentors Edwin Fischer in Luzern, die er später im Muraltengut Zürich fortsetzte. Sein Assistent war der dänische Pianist und Komponist Egil Harder (1917–1997), den Anda bereits in seiner Berliner Zeit kennengelernt hatte.

 

Zu Andas bekanntesten Meisterschülern zählen Sontraud Speidel, Michael Studer und Dinorah Varsi. Anda war außerdem als Juror im Concours Clara Haskil und dem Internationalen Klavierwettbewerb Leeds tätig.

 

Im Jahr 1964 heiratete Anda in zweiter Ehe die Unternehmerin Hortense Bührle; 1969 wurde der Sohn Gratian Anda geboren. 1975 wurde bei Anda Speiseröhrenkrebs diagnostiziert, an dessen Folgen er im Juni 1976 verstarb.

Andas letzter öffentlicher Auftritt fand am 1. Juni 1976 in Innsbruck mit dem Forellenquintett von Franz Schubert statt.

(Quelle: Wikipedia)

 

 

Aus Géza Andas undatierten Notizen

 

Es ist nun klar, dass die Verpflichtung durch unseren Beruf unermesslich ist. Dem zu begegnen, braucht es den ganzen Menschen. Es braucht Liebe, Intuition und einen analytischen Verstand. Liebe als Bedürfnis, denn – wie Augustinus sagt – »wir erkennen nur soviel, wie wir lieben«. Liebe ist also der erste Schritt zur Erkenntnis. Intuition, weil wir einen Blick haben müssen für nicht notierte Geheimnisse, und analytischen Verstand, damit wir die kleinsten Teile begreifen und sie zum Ganzen in die richtige Beziehung ordnen.

 

Diese Fähigkeiten erlauben uns nun, das Notenbild zu enträtseln. Alles ist darin enthalten. Die Musik hinter den Noten zu suchen – wie es ein Gemeinplatz tut – ist Unsinn. Die Musik ist in den Noten. Wenn zu einem Ton ein zweiter sich gesellt, so beginnen die Musik und damit unsere Arbeit.

 

Alle diese Fähigkeiten sind nicht voneinander zu trennen. Ebenso untrennbar sind unsere Hauptprobleme, nämlich: Musikalische Probleme sind technische Probleme, um die musikalische Struktur und den inneren Gehalt eines Werkes auf das Klavier hinüberzuzaubern – und technische Probleme sind musikalische Probleme, denn die einzige Daseinsberechtigung des Instrumentes ist das Musizieren.

 

Wenn jemand hier den Begriff »Gefühl« zu vermissen hat, so fehlt er absichtlich. Die individuellen Ichzustände sind von größter persönlicher Wichtigkeit, nicht aber in Bezug auf das zu interpretierende Werk. Das Werk hat seinen eigenen Gefühls- und Stimmungsgehalt in den Noten niedergelegt, die herauszuschälen unsere Aufgabe ist, und nicht, dem Werk unseren Stimmungsstempel aufzudrücken.

 

Um Interpret zu sein, kann man ein Werk nicht »lernen«, man muss völlig eins mit ihm werden. Man sollte, wie ein Skorpion sein Opfer, das Werk umarmen und in sich aufsaugen, so dass es keinen Unterschied im Lebensrhythmus, im Atmen und in der Empfindung mehr gibt. Die Identifikation soll so vollkommen sein, dass man das Werk nicht mehr »spielt« oder »wiedergibt«, sondern jeden Abend aus dem Innern neu gebiert.

 

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