MUSIKDORF ERNEN FESTIVAL 2017

MUSIKDORF ERNEN FESTIVAL 2017

GÉZA ANDA FESTIVAL 2016

HORTENSE ANDA

HORTENSE ANDA-BÜRLE

Teilnehmer

Corrado Rollero (†)#

Corrado Rollero (†)

  • Corrado Rollero
  • Italien
  • Alter:
  • männlich
  • Profilaufrufe: 3718
  • Concours (Platzierung): 1997 (1.)
Über mich:

Auch die Géza Anda-Stiftung trauerte um Corrado Rollero, 1. Preisträger 1997. Er starb am 2. März 2000 einen zu frühen Tod. Peter Cossé, langjähriges Jury-Mitglied, schrieb im Géza Anda-New Letter 11/April 2001 folgenden Nachruf auf diesen, wie er ihn nennt "Grenzgänger der schonungslosen Introversion":

 

Nicht allein der Wille Gottes, nein, auch Wille und Wege der Menschen sind unerforschlich! Was wir soeben noch aus grösster Nähe und in wärmster Empfindung überreichen Talents erlebt haben, rückt im nächsten Moment in eisige Ferne. Es entzieht sich räumlich und es entzieht sich unseren genormten Vorstellungen von lebenspraktischer Behaglichkeit, von Berechenbarkeit und Zuverlässigkeit unter jenem bald freien, bald bewölkten Himmel, unter dem wir kommenden und gehenden Erdenbürger die Segnungen von Heimat erhoffen.

 

Nicht alle tragen diese Hoffnung in sich, nicht alle vermögen die schwere, schöne Bürde ihres Auserwältseins zu schleppen. Und manch einer sieht die Sinnfrage seines Beginnens durch die Daten, Zwänge und Fakten eines kämpferischen, aufreibenden Gegeneinanders völlig ungenügend beantwortet. Der ialienische Pianist Corrado Rollero, dessen Sieg im Concours Géza Anda wir 1997 feierten, zählte zu jenen Bedachtvollen im menschlichen Auge-in-Auge, die dem messbaren Erfolg, der marktfähigen Karriere mit äusserstem Misstrauen begegneten. Er fühlte sich für eine inwendige Welt des Musizierens geboren, für ein Gelingen um seiner selbst willen.

 

So familiär Corrado in seinen traulichsten Momenten in Zürich und andernorts, wenn ich das Glück hatte, ihn zu treffen, auch wirkte, seine wahre Bestimmug und Aufgehobenheit mochte er schon viele Jahre lange in andernen Regionen der geistigen und materiellen Selbstverwirklichung gesucht haben. 1998 kam er nach St. Petersburg, um dort im friedlichen Musical Olympus-Wettstreit mit Preisträgern aus aller Welt (und verschiedenster Instrumental- und Vokalsparten) um die Gunst eines wahrlich musikliebenden Publikums zu werben. Die beiden selten gespielten Schumann-Konzertstücke op. 92 und op. 134 hatte er ausgesucht. Eine Programmwahl gänzlich wider jede pianistische Galanterie. Ein einsamer Entschluss, aber vielleicht einer jener für Rollero unvermeidlichen Reflexe, sich mit dem Unbequemen lieber zu verschenken, als mit dem Bequemen käuflich zu sein.

 

Corrado Rolleros Tod, der sich am 2. März 2001 erstmals jährte, hat uns alle, die den kurzen Lebenweg dieses philosophischen Grenzgängers der schonungslosen Introversion kreuzen und für einige wenige Atemzüge begleiten durfTten, tief getroffen. In uns tragen wir - nun als sehnsuchtsvoll-tröstliche trauermusik - den langsamen Satz aus Robert Schumanns fis-Moll-Sonate (op. 11), den Corrado so unvergesslich losgelöst von aller Erdenschwere (nämlich "senza passione"!) zu intonieren wusste. Zweimal hatte er diese Arie in visionärem Pianissimo, uneigennützig schlicht, gleichwohl "senza passione" - wie von Schumann erbeten - im Verlauf des Concours vorgetragen. Als kostbar funkelndes Innenereignis der gesamten Sonate im zweiten Durchgang, als Zugabe in der Tonhalle. Der Géza Anda-Preis war Rollero in diesen denkwürdigen Momenten schon gewiss. Dass sich im Kreis der Juroren längst Respekt in herzliche Zuneigung gewandelt hatte, mochten wir vielleicht nicht deutlich genug gezeigt haben.

 

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